Mein Zendure SolarFlow läuft seit 2025 komplett lokal, ohne Hersteller-Cloud. Der kleine Haken an der Geschichte: Bei mir werkelt ein Hub 2000 aus der ersten Generation, und der lässt sich nur über einen Umweg von der Cloud lösen - per Bluetooth und einem Community-Tool. Den kompletten Weg beschreibe ich Schritt für Schritt in meiner ausführlichen Anleitung.
Seitdem trudelt aber immer wieder dieselbe Frage bei mir ein: Welches SolarFlow soll ich denn heute kaufen, wenn ich es lokal betreiben will? Berechtigt. Denn wer 2026 neu einsteigt, braucht diesen Bluetooth-Workaround in den meisten Fällen gar nicht mehr. Die neueren Modelle bringen den lokalen Betrieb ab Werk mit - man muss nur wissen, worauf man achtet. 😎
Alle Beiträge rund um Zendure SolarFlow lokal findest du in der Zendure-Übersicht.
Warum es früher einen Workaround brauchte #
Die ältere Hub-Generation (Hub 1200, Hub 2000, auch Hyper 2000) spricht MQTT nur über die Zendure-Cloud. Lokal war da ab Werk nichts vorgesehen. Der SolarFlow Bluetooth Manager von Reinhard Weber schiebt dem Gerät per Bluetooth eine eigene Broker-Konfiguration unter und kappt so die Cloud. Das funktioniert hervorragend, ist aber ein Workaround: Python-Umgebung, Bluetooth-Gefummel, und am Ende noch das Thema mit dem hardcoded MQTT-Passwort. Schön, dass es das gibt - schöner, wenn man es gar nicht erst braucht.
Was die neueren Modelle anders machen #
Ab der AC-/Pro-Generation (und den kompakten 800ern) hat Zendure den lokalen Betrieb selbst eingebaut. Es gibt zwei Wege, und sie unterscheiden sich deutlich im Komfort.
Weg 1: lokaler MQTT-Broker direkt in der App #
Du gehst in der Zendure-App in die Geräte-Einstellungen, aktivierst die MQTT-Steuerung und trägst deinen eigenen Broker ein: IP, Port, Benutzer und Passwort. Damit funktioniert jeder MQTT-Broker, auch die Mosquitto-App in Home Assistant. Voraussetzung bleibt, dass du vorher das Home Energy Management System (HEMS) - Zendures eigene Lade-Logik - deaktivierst. Ein Leser hat mir den lokalen Betrieb genau so für den 2400AC bestätigt; der Hinweis steht auch als Update in der Anleitung.
Entweder App oder MQTT. Beides gleichzeitig zur Steuerung geht nicht - schaltest du die lokale MQTT-Steuerung scharf, ist die App als Steuerzentrale raus. Für Live-Daten braucht die App ohnehin Internet.
Weg 2: die lokale API (zenSDK) #
Der neuere und deutlich elegantere Weg: Zendure hat die lokale API geöffnet. Über zenSDK findet Home Assistant das Gerät per mDNS im eigenen Netz und redet direkt mit ihm - kein Umweg über einen extra Broker, keine Topic-Bastelei.
Für Home Assistant gibt es dazu bereits eine Community-Integration, die 100% lokale Steuerung über zenSDK für die aktuellen AC-, Pro- und Mix-Modelle verspricht - und sogar den älteren Hyper 2000 mitnimmt. Fürs 800 Pro kursiert obendrein ein schlankes Script, das komplett ohne MQTT und ohne HACS auskommt. Wenn dein Wunschgerät diesen Weg beherrscht, ist das die sauberste Variante.
Bei beiden Wegen gilt: Zendure ändert per Firmware- und App-Update immer wieder, was lokal möglich ist - mal kommt eine Funktion dazu, mal fällt eine vorübergehend weg. Prüfe vor dem Kauf die aktuelle Kompatibilitätsliste der jeweiligen Integration und das Zendure-Forum.
Welches Modell für wen #
Hier findest du die aktuellen SolarFlow-Modelle, die sich fürs Balkonkraftwerk eignen.
| Modellklasse | Grundkapazität | Erweiterbar bis | AC-Leistung | Solareingänge |
|---|---|---|---|---|
| 800 (Basis) - Einstieg, Akku separat | kein Akku integriert | mit AB1000/AB2000 | 800 W | 2 MPPT, bis 1.200 W PV |
| 800 Plus - kompakt mit Akku | 1,92 kWh | 11,52 kWh (bis 5x AB1000/AB2000) | 800 W | 2 MPPT, bis 1.500 W PV |
| 800 Pro / Pro 2 - Balkon-Allrounder | 1,92 kWh | 11,52 kWh (bis 5x AB1000/AB2000) | 800 W | 4 MPPT, bis 2.640 W PV |
| 2400 Pro - XXL fürs Balkonkraftwerk | 2,4 kWh | 16,8 kWh (bis 5x AB3000L) | 2.400 W bidirektional | 4 MPPT, bis 3.000 W (mit AC bis 4.800 W) |
Wofür ich mich entscheiden würde #
Ich selbst besitze den Hub 2000, also ein Gerät der älteren Generation. Würde ich mein Setup heute von Grund auf neu aufbauen, fiele meine Wahl auf den 800 Pro 2.
Für mein Balkonkraftwerk reicht er locker, und aus der Cloud befreien lässt er sich genauso wie die anderen neueren Modelle. Die AC-Kopplung des 2400 Pro fehlt ihm zwar - für mich aber nicht weltbewegend: Ohne dynamischen Stromtarif brauche ich das gezielte Nachladen aus dem Netz ohnehin nicht 😉.


Der eigentliche Grund für meine Entscheidung war damals aber ein anderer: Zendure ließ sich komplett aus der Cloud befreien. Bei den meisten anderen Herstellern war seinerzeit schlicht Schluss, sobald das Internet weg war. Fairerweise muss ich sagen, dass die Konkurrenz inzwischen nachgezogen hat: Marstek fährt etwa eine native lokale Modbus-Schnittstelle, und auch Ankers neuere Modelle wie die Solarbank Max AC lassen sich per Modbus TCP lokal einbinden, ganz ohne Cloud. Der lokale Betrieb ist also kein Alleinstellungsmerkmal von Zendure mehr - wer heute neu kauft, hat glücklicherweise mehr Auswahl.
Und dann? Ab ins lokale Setup #
Bei den neueren Modellen ist danach nicht mehr viel zu tun. Über die zenSDK-Integration landet dein SolarFlow mitsamt seinen Sensoren direkt als Gerät in Home Assistant. Und beim lokalen MQTT-Weg liefern die neueren Geräte ihre Daten bereits in einem Home-Assistant-freundlichen Schema, das sich per MQTT-Discovery einlesen lässt - das mühsame Mappen der rohen Topics, das ich mit dem Hub 2000 noch gebraucht habe, entfällt. Bluetooth-Cloud-Befreiung und Passwort-Errechnen sind ohnehin Geschichte.
Wirklich wichtig bleibt am Ende nur ein Punkt: die Messwerte sauber ins Energie-Dashboard bringen, also die Momentanleistung in Kilowattstunden umrechnen. Das ist unabhängig vom Gerät derselbe Schritt.
Betreibst du noch ein Gerät der älteren Hub-/Hyper-Generation, findest du den kompletten Weg inklusive aller Nebenquests in meiner ausführlichen Anleitung.
Der Bluetooth-Workaround von 2025 war ein schönes Abenteuer. Noch schöner ist, dass ihn 2026 kaum noch jemand braucht. 😎
Das Titel-/Hintergrundbild stammt von Zendure.
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