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Tobias Schulz
Meinung

Warum die Midea PortaSplit überall ausverkauft ist

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Für dieses eine Gerät fahren Menschen quer durch die Republik und legen auf eBay über 2.000 Euro hin. Kein iPhone, keine Konzertkarte - eine mobile Klimaanlage.

Während ich das hier schreibe, ist es draußen keine 18 Grad, es nieselt, und niemand denkt auch nur eine Sekunde an Kühlung. Der perfekte Moment also, um in Ruhe über das Gerät zu reden, das vor nicht einmal zwei Wochen noch der heißeste Schwarzmarkt-Artikel Europas war: die Midea PortaSplit 😁.

Genauer gesagt die PortaSplit Cool. Nach der letzten Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 40 Grad war das Ding schlicht nicht mehr zu bekommen. Und ich sage das nicht, weil es mir einfach nur Spaß macht, darüber zu berichten. Ich sage das, weil ich den Schmerz am eigenen Leib zu spüren bekam: Ich wollte selbst eine. Gesucht, verglichen, in den Warenkorb gelegt - und bin jedes Mal an derselben Meldung hängengeblieben. Ausverkauft. Überall.

Und danach? Der pure Wahnsinn. Auf einmal war die PortaSplit kein schnödes Klimagerät mehr, sondern Beute. Man liest von Leuten, die dafür halbe Landstriche abfahren und einen Baumarkt nach dem anderen abklappern, nur um irgendwo noch ein letztes Exemplar abzugreifen. Ein Stück Haustechnik, dem man hinterherjagt wie einer Rarität. Lass das kurz sacken.

Das ist nicht bloß mein persönlicher Frust. Galaxus etwa, sonst für so ziemlich alles zu haben, hatte nach der Hitzewelle schlicht leere Regale - Nachschub aus Asien? Erst nach dem Sommer. Allein im Juni gingen dort 38 Prozent mehr Klimaanlagen über den Ladentisch als im bisherigen Rekordmonat Juni 2025.1 Die Frage ist also nicht, ob der Markt leergefegt ist, sondern warum es ausgerechnet dieses eine Gerät erwischt hat. Dafür lohnt ein kurzer Schritt zurück.

Was gegen die heiße Wohnung wirklich hilft #

Was hilft eigentlich gegen eine heiße Wohnung? Tagsüber verschatten, die Fenster zu, nachts querlüften - das ist die Pflicht und kostet nichts. Nur stößt es an eine harte Grenze, wenn sich die Wohnung über eine Hitzewelle hinweg Tag für Tag weiter aufheizt. Ein Ventilator rettet dich dann auch nicht: Der bewegt die warme Luft nur herum, statt sie kühler zu machen.

Für echtes Herunterkühlen führt kein Weg an einer Klimaanlage vorbei - Strom zieht so ein Kompressor natürlich, und ich bin der Typ, der so etwas im Smart Home bis auf die Wattsekunde mitschreibt, aber das ist eine andere Geschichte 😎. In der Mietwohnung wird es dann eng: Ein fest verbautes Splitgerät darfst oder willst du dort nicht installieren. Die PortaSplit ist die naheliegende Antwort auf diese Lücke - warum ausgerechnet sie, sehen wir gleich.

Warum ausgerechnet die Midea PortaSplit? #

Um das zu verstehen, muss man kurz wissen, was mobile Klimaanlagen sonst so sind: meistens Monoblöcke. Ein einziger Kasten, der im Raum steht, den ganzen Krach der Kühltechnik direkt neben dir veranstaltet und die Abwärme durch einen dicken Schlauch aus dem gekippten Fenster pustet. Durch dieses gekippte Fenster zieht dann fröhlich die warme Luft von draußen wieder rein. Effizient ist anders.

Eine echte Split-Klimaanlage macht es besser: Der laute, warme Teil - der Kompressor - hängt draußen, drinnen bleibt nur die leise Kühleinheit. Genau deshalb sind fest verbaute Splitgeräte so beliebt. Der Haken: Sie müssen dauerhaft an die Fassade gebohrt und vom Fachbetrieb installiert werden.

Genau hier kommt der Trick der PortaSplit: Sie ist eine Split-Anlage, aber die Außeneinheit wird einfach mit einer Halterung außen ans Fenster gehängt. Keine Bohrung, keine dauerhafte Veränderung der Fassade, kein Techniker. Beim Umzug nimmst du das Ding einfach mit.

Klingt nach einem Detail? Ist es nicht. Denk an all die Altbauten unter Denkmalschutz oder an die Eigentümergemeinschaft, die dir schon beim Gedanken an ein Loch in der Fassade den Marsch bläst. Dazu wohnt in Deutschland über die Hälfte der Leute zur Miete - fest installieren fällt da für die meisten sowieso flach. Die PortaSplit verkauft also die Vorteile eines Splitgeräts - leise, effizient - an genau die riesige Gruppe, die bisher außen vor war. Das ist kein Hype um nichts. Das trifft einen echten Nerv.

Midea bietet das Gerät in zwei Varianten - hier beide im direkten Vergleich:

Vergleich beider GerätePortaSplit CoolPortaSplit
Kühlleistung 2,35 kW (8.000 BTU)3,5 kW (12.000 BTU)
Für Räume bis 28 m²42 m²
Lautstärke im Silent-Modus 38 dB(A)39 dB(A)
Heizfunktion NeinJa
Effizienz A++ · SEER 6,1A++ · SEER 6,1
Preis (UVP) 899 €1.199 €

Der Unterschied kocht am Ende auf eine einzige Frage herunter: Heizen, ja oder nein? Die Cool kühlt nur, die Standardvariante wärmt im Winter zusätzlich - kostet dafür rund 300 Euro mehr und ist eine Nummer kräftiger. Für den reinen Sommerbetrieb in einer normalen Wohnung reicht die Cool also locker. Das ETM Testmagazin kürte die Standardvariante übrigens zum besten mobilen Klimasystem, das die Redaktion bis dahin getestet hatte.2

Der PortaSplit-Preis: eine Klimaanlage wie ein Gebrauchtwagen #

Kommen wir zum Teil, bei dem ich zwischen Lachen und Kopfschütteln pendle. Die PortaSplit Cool hat eine offizielle Preisempfehlung von 899 Euro.3 Kein Schnäppchen, aber für eine vollwertige Split-Technik zum Selbstaufstellen absolut im Rahmen.

Und dann kam der Ausverkauf. Auf eBay und Kleinanzeigen tauchten plötzlich Angebote für über 2.000 Euro auf - einzelne Verkäufer riefen fast das Dreifache der Preisempfehlung auf, in Spitzen ging es sogar noch deutlich höher. Für ein Gerät, das ein paar Wochen vorher für 899 Euro im Regal stand.

Wie steil die Kurve auf den Gebrauchtplattformen tatsächlich nach oben schoss, zeigt der beobachtete Preisverlauf der PortaSplit Cool - von anfangs sogar unter der Preisempfehlung von 899 Euro bis auf rund das Doppelte binnen weniger Tage, mit einzelnen Ausreißern noch weit darüber:

Das ist Wucher, wie man es sonst von Konsolen zum Weihnachtsgeschäft oder von Turnschuhen mit Hype-Logo kennt. Nur eben mit einem Haushaltsgerät. Der Gedanke, dass irgendwo jemand über 2.000 Euro für eine Klimaanlage bezahlt hat, während dasselbe Modell im Herbst wieder für die Hälfte zu haben sein dürfte, hat schon eine gewisse tragische Komik 😅.

Midea PortaSplit kaufen: Vorsicht vor Fakeshops #

So ein Mangel ist ein Magnet für Betrüger, und der zieht gerade mächtig an. Parallel zu den Wucherangeboten schießen dubiose Shops aus dem Boden, die dir eine angebliche Wunder-Klimaanlage für schlappe 70 bis 140 Euro andrehen wollen - garniert mit Buzzwords wie Raumfahrttechnologie, frei erfundenen Testsiegeln und schick per KI zusammengerührten Werbeclips. Was am Ende ankommt, ist im besten Fall ein müder Ventilator, im schlimmsten gar nichts.4

Natürlich musste ich hierüber bereits Gespräche in meinem familiären Umfeld führen, und wieder einmal auf solche Maschen hinweisen. Kennst du auch?

Die Faustregel ist unbequem, aber verlässlich: Das eine Gerät, das einen großen Raum im Handumdrehen herunterkühlt, dabei kaum Strom frisst und nur einen Hunderter kostet, existiert schlicht nicht. Sieht ein Angebot zu schön aus, hilft ein Blick ins Impressum und ein kurzer Check beim Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.

Tipp

Merke dir einfach: erzeugt ein Gerät Kälte oder Wärme, benötigt es Leistung. Viel Kälte oder Wärme benötigt viel Leistung. Mit dieser kleinen Info kannst du energiehungrige Geräte ohne jeden Zweifel erkennen, es passt einfach immer. Fordere meine Regel doch einfach mal heraus und lass dich nicht von Werbung blenden 😁.

Und es gibt eine zweite, harmlosere Falle: Achte darauf, welche der beiden PortaSplit-Varianten du in den Warenkorb legst. Wer nicht hinschaut, zahlt schnell für die Heizfunktion der Standardvariante, die er im Hochsommer gar nicht sucht - oder wundert sich, warum das vermeintliche Schnäppchen nicht heizt.5

Falls du also mit einem klaren Kopf - und zum normalen Preis - zuschlagen willst, sobald die Regale wieder gefüllt sind: Die aktuelle Verfügbarkeit der PortaSplit Cool findest du zum Beispiel direkt auf Amazon. Einfach ein faires Gerät zu einem fairen Kurs, wenn der Wahnsinn vorbei ist.

Der beste Zeitpunkt ist die kalte Jahreszeit #

Und damit zurück zu dem nieseligen 18-Grad-Tag vor meinem Fenster. Die ganze Geschichte ist im Grunde eine Lektion über schlechtes Timing: Wir kaufen Klimaanlagen, wenn die Wohnung bereits 30 Grad hat und alle anderen dasselbe wollen - also genau dann, wenn sie ausverkauft oder überteuert sind.

Der schlaue Zeitpunkt ist der, an dem keiner dran denkt: im Herbst oder Winter. Dann füllen sich die Lager wieder, die Wucheraufschläge verschwinden, und du bekommst dieselbe Anlage ohne Wettrennen und zum ehrlichen Preis. Klingt paradox, ist aber so - eine Klimaanlage kauft man am besten dann, wenn man ohnehin gerade friert 😎.

Häufige Fragen zur Midea PortaSplit #

Warum ist die Midea PortaSplit ausverkauft?
Weil die letzte Hitzewelle die Nachfrage explodieren ließ und die PortaSplit das eine mobile Gerät ist, das die Vorteile einer Split-Klimaanlage ohne feste Installation bringt - ideal für Mieter. Der Nachschub aus Asien wurde erst nach dem Sommer erwartet, entsprechend leer sind die Lager.
Was kostet die Midea PortaSplit?
Die PortaSplit Cool hat eine Preisempfehlung von rund 899 Euro, die Variante mit Heizfunktion liegt bei etwa 1.199 Euro. Im Ausverkauf werden auf Gebrauchtplattformen allerdings Fantasiepreise von über 2.000 Euro aufgerufen - die solltest du nicht bezahlen.
PortaSplit oder PortaSplit Cool - wo ist der Unterschied?
Die PortaSplit Cool kühlt, entfeuchtet und ventiliert, kann aber nicht heizen, und ist mit 2,35 kW für Räume bis rund 28 m² ausgelegt. Die normale PortaSplit heizt zusätzlich und ist mit 3,5 kW (12.000 BTU) für bis zu 42 m² die größere Lösung.
Welche Klimaanlage passt in die Mietwohnung?
Eine mobile Split-Klimaanlage wie die PortaSplit, weil die Außeneinheit ohne Bohren am Fenster hängt und du das Gerät beim Auszug einfach mitnimmst. Klassische Monoblöcke sind lauter und ineffizienter, fest verbaute Splitgeräte scheitern meist an Vermieter oder Eigentümergemeinschaft.

Das Titel-/Hintergrundbild stammt von Midea.


  1. Zahlen aus dem Magazin-Beitrag des Online-Händlers Galaxus (Juli 2026): im ersten Halbjahr 2026 stieg der Klimaanlagen-Absatz dort um 36 Prozent, bei Ventilatoren um 72 Prozent. ↩︎

  2. Gesamturteil “sehr gut” (97,2 %) im ETM Testmagazin. Bezieht sich auf die Standard-PortaSplit mit 3,5 kW; die technische Basis (Split-Prinzip, Fenstermontage, A++) teilt sie sich mit der Cool↩︎

  3. Unverbindliche Preisempfehlung der PortaSplit Cool. Die Allround-Variante mit Heizfunktion liegt bei rund 1.199 Euro. Herstellerangaben: midea.com↩︎

  4. Verbraucherschützer wie Watchlist Internet und die Verbraucherzentralen warnen vor solchen Fake-Shops. Typische Merkmale: unrealistische Versprechen, emotionalisierte Werbung, fehlendes oder zweifelhaftes Impressum, schlechte Bewertungen. ↩︎

  5. Auf die Verwechslungsgefahr zwischen PortaSplit und PortaSplit Cool haben unter anderem notebookcheck und GIGA hingewiesen. ↩︎

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